ORF: Österreichischer Rundfunk

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Der ORF ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und das Leitmedium der Republik Österreich. Der ORF betreibt eine Vielzahl an bundesweiten und regionalen Fernseh- sowie Radioprogrammen und ein Internet-Portal.

Rechtsgrundlage des Mediums ist das ORF-Gesetz, das insbesondere zwei zentrale Aufträge an den ORF erteilt.

Einerseits hat der ORF einen Versorgungsauftrag im Sinne des § 3 ORF-Gesetz zu erfüllen, wonach er allen Menschen in Österreich Zugang zum Medium zu verschaffen hat. Diese Regelung hat den Zweck allen Bewohnern des Landes einen gleichberechtigten Zugang zu Information zu bieten.

Andererseits ist der ORF an den umfassenden öffentlich-rechtlichen Kernauftrag im Sinne des § 4 ff gebunden, wonach die bereitgestellten Informationen gewissen Anforderungen entsprechen sollen. Diese Regelung ist deutlich umfassender und besteht aus einer Vielzahl von kleineren Sub-Aufträgen.

So soll der ORF unter anderem über politische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge informieren, das Demokratieverständnis fördern, Angebote für verschiedene Alters- und Sozialgruppen zur Verfügung stellen, Unabhängigkeit und Freiheit der journalistischen Berufsausübung gewährleisten sowie auch regionale Besonderheiten und Bedürfnisse berücksichtigen.

Die Finanzierung des ORF ist ein Dauerbrenner in der österreichischen Politik und erfolgt weitestgehend über die Zuseher in Form von Beiträgen (den sogenannten GIS-Gebühren) sowie über Werbeeinnahmen.

Das Jahresbudget des ORF beträgt in Summe rund 1 Milliarde €.

Der Hauptsitz des ORF ist in Wien am Küniglberg. Daneben werden auch Landesstudios in den Landeshauptstädten betrieben.

Zu den wichtigsten Entscheidungsträgern bzw. -gremien des ORF gehört einerseits die Generaldirektion, die den Sender operativ leitet und einer Geschäftsführung entspricht. Der Generaldirektion unterstehen weitere 4 Direktoren, die einzelne Geschäftsbereiche leiten. Die Landesstudios verfügen über eigene Landesdirektoren.

Das Kontrollgremium des ORF ist der Stiftungsrat. Dieser übt die Funktion eines Aufsichtsrates aus und überwacht das Gebaren des ORF. Die Zusammensetzung des ORF-Stiftungsrates orientiert sich weitestgehend nach dem politischen Kräfteverhältnis in Österreich.

Als öffentlich-rechtliches Medium steht der ORF regelmäßig in der Kritik für seine Berichterstattung, für seine quasi Monopolstellung am österreichischen Medienmarkt sowie für interne Entscheidungen, was Beförderungen und dergleichen betrifft.

Gerade der stete Einfluss der Politik auf den Rundfunk ist ein großer Kritikpunkt an der Unabhängigkeit des Mediums, was auch teilweise zu einem Vertrauensverlust in gewissen Kreisen der Bevölkerung führt. So wird der ORF auch gerne als Sinnbild des österreichischen Proporzsystems dargestellt.

Neben dieser zum Teil berechtigten Kritik ist der ORF jedoch auch eine Erfolgsgeschichte, was zum einen die Berichterstattung über nationale wie internationale Ereignisse und zum anderen die Vielzahl erfolgreicher Eigenproduktionen betrifft.

So produziert der ORF in großem Ausmaß auch hochqualitative Dokumentationen, unterhält ein breites Netzwerk an Auslandskorrespondenten, hat mit ORF III einen Fernsehsender, der sich primär seriösen Themen widmet und zugleich klassische österreichische Filme zeigt, und stellt zum anderen kulturelle sowie sportliche Ereignisse der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.