Trafiken

Eine österreichische Raucher-Institution

Ich trinke viel, ich schlafe wenig und rauche eine Zigarre nach der anderen.
Deshalb bin ich 200% in Form.

Winston Churchill

Während das Rauchen früher aus dem öffentlichen Leben nicht wegzudenken war, ist der Konsum von Rauchwaren heute aufgrund der gesundheitlichen Folgen sozial verpönt. Nichtsdestotrotz ist Österreich weiterhin ein Raucherparadies und im europäischen Spitzenfeld, was den Konsum betrifft.

Ausdrucks dieser Sonderstellung Österreichs im europäischen Vergleich ist unter anderem die Dichte an Verkaufsstellen bzw. Fachgeschäften. So gibt es derzeit in Österreich über 5000 Verkaufsstellen für Rauchwaren, die einen Gesamtumsatz von über 3 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften. Diese Verkaufsstellen werden in Österreich als Trafiken bezeichnet.

Trafiken sind Einzelhandelsunternehmen, die primär Waren wie Zigaretten und sonstige Rauchwaren sowie Zeitungen und Zeitschriften verkaufen. Als Tabakfachhandel üben diese Unternehmen eine Versorgungsfunktion aus und genießen ein Monopol, was den Verkauf von Rauchwaren betrifft, denn der Verkauf durch andere Unternehmen ist streng limitiert.

Eine geöffnete Zigarettenpackung mit einer hervorgehobenen Zigarette

So dürfen Einzelhändler Rauchwaren lediglich zu Trafikpreisen verkaufen, sofern die Versorgung in einer Gegend sonst nicht gedeckt ist. Darüber hinaus dürfen Gastronomiebetriebe und Tankstellen Rauchwaren nur verkaufen, wenn sie zumindest einen Aufschlag von 10 % in Rechnung stellen.

Rechtsgrundlage des Monopols auf den Verkauf von Rauchwaren ist das Trafikmonopolgesetz aus dem Jahr 1996. Die Monopolverwaltung GmbH, die sich im Besitz der Republik Österreich befindet, übt dieses Monopol aus und prüft die Einhaltung der Rechtsvorschriften aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive.

Um eine Trafik zu eröffnen, bedarf es eines Ansuchens bei der Monopolverwaltung GmbH. Es besteht eine Liste mit den öffentlich ausgeschriebenen Trafiken, die für eine Übernahme bereitstehen. Menschen mit Behinderungen genießen hierbei ein Vorzugsrecht.

Trafiken sind ein gutes Beispiel für eine teilweise überbordende Verwaltung in Österreich, denn der Verkauf von Rauchwaren ist ein streng reglementiertes Gewerbe. So bedarf es zum Beispiel zur Führung einer Trafik eines Besuchs in der “Trafikakademie”, wo angehende Trafikanten eine Woche lang in die rechtlichen und praktischen Zusammenhänge des Rauchwarenhandels unterrichtet werden.

Für weitere Informationen rund um das Thema Trafiken:

Anmerkung der Redaktion: Similio ist sich der negativen Folgen des Rauchens bewusst und beabsichtigt in keinerlei Hinsicht durch diesen Artikel, den Konsum von Rauchwaren zu fördern bzw. zu verharmlosen. Der Artikel dient dahingehend lediglich der Information über Trafiken als Gewerbebetrieb.

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