Schulen und Bildungswege

Das österreichische Bildungswesen

Es ist eine allgemein anerkannte Binsenweisheit, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg ist. So ist die Schule beziehungsweise der Kindergarten der erste Berührungspunkt eines jungen Menschen mit dem Lernen und den gleichaltrigen Mitmenschen.

Das Bildungswesen ist also ein Treffpunkt für junge Menschen und erfüllt eine bedeutsame Rolle für jede Gesellschaft. Es werden die Grundlagen der Sprache, der Mathematik und allgemein des Miteinanders vermittelt und weitergegeben.

Menschen lernen ihre Konflikte auszutragen und besser miteinander umzugehen. In Bildungseinrichtungen wird dahingehend also das Mensch-Sein gelernt, denn es ist dieser soziale Kontakt mit Gleichaltrigen und Lehrkräften, der maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung hat.

Gleichzeitig entlastet das Bildungswesen auch die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, die dadurch einer Erwerbstätigkeit nachgehen und zugleich wissen, dass ihre Kinder in den jeweiligen Einrichtungen ordentlich versorgt werden.

Doch der Einstieg ins Bildungswesen im Kindergarten stellt meist erst den Beginn eines längeren Bildungsweges dar, der Wissbegierige über diverse Stationen bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus begleitet. So dienen Höhere Schulen und Universitäten als Bildungs- und Forschungseinrichtungen für Erwachsene, die sich auf spezifische Themen spezialisieren und in diesen Fachgebieten ihre Expertise aufbauen und erweitern.

In historischer Hinsicht wurde das Fundament des österreichischen Schulwesens während der Regentschaft Maria Theresias im Jahre 1774 gelegt und umfasste unter anderem die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Diese Maßnahme stellte einen Meilenstein der österreichischen Bildungspolitik, für die Rechte der Kinder und für Österreich als Wirtschafts- sowie Forschungsstandort dar.

Dies war auch ein erster Schritt in einem Prozess, der das Bildungswesen europa- und weltweit prägen sollte: die Demokratisierung der Bildung.

Während zum Beispiel im Mittelalter (und noch weit darüber hinaus) nur Geistliche/Adelige lesen und schreiben konnten, schritt die Alphabetisierung bis ins 20. Jahrhundert soweit an, dass im öffentlichen Leben heute davon ausgegangen werden kann, dass jedermann die Sprache in Wort und Schrift beherrscht.

Es sind diese grundlegenden Entwicklungsschritte und der erweiterte Zugang zu Information, die eine demokratische Gesellschaft wie die österreichische überhaupt erst ermöglichen.

Bildung in Österreich anhand von Lehrunterlagen auf einem Tisch vor einer Tafel

Zum Bildungswesen in Österreich kann grundsätzlich noch folgendes gesagt werden:

Das österreichische Bildungssystem unterteilt sich allgemein in die Primär-, die die Volks- beziehungsweise Grundschule umfasst, und die Sekundärstufe, die aus diversen potentiellen Schulformen wie zum Beispiel der Allgemein Bildenden Höheren Schule (AHS) besteht.

Die allgemeine Schulpflicht beträgt in Österreich neun Jahre. Je nach Geburtsdatum des Kindes beginnt sie im 7. oder im 8. Lebensjahr und dauert daher bis ins 16. oder 17. Lebensjahr an.

Österreich zählt heute rund 1,1 Millionen Schüler und 120.000 Lehrer in über 5.700 Schulen mit insgesamt rund 55.000 Schulklassen. Die Schüler an österreichischen Schulen verteilen sich zu 90 % auf die folgenden Schultypen:

  • 30 % in Volksschulen
  • 19 % in AHS
  • 18 % in Neuen Mittelschulen
  • 13 % in Berufsbildende höhere Schulen
  • 10 % Berufsbildende Pflichtschulen

Die Bildungsausgaben in Österreich belaufen sich heute auf rund 17,5 Milliarden € jährlich, wobei diese sich wie folgt unterteilen. Für Kindergärten und Volksschulen werden rund 5 Milliarden € augegeben. Der Sekundärbereich kostet etwa 8 Milliarden und der Tertiärbereich circa 2,7 Milliarden €.

In Summe sind dies etwa 5 % der Wirtschaftsleistung Österreichs und alle Parteien sind sich grundsätzlich einig, dass diese Budget erhöht werden muss.