Eine kurze Geschichte des Burgenlands

Geschichte des östlichsten Bundeslands

Das Burgenland ist das östlichste und mit 300.000 Einwohnern das einwohnerärmste Bundesland Österreichs und grenzt an den EU-Nachbarstaat Ungarn. Die Hauptstadt des Bundeslands ist Eisenstadt.

Das Burgenland ist bezüglich seiner Zugehörigkeit zum Staat Österreich ein relativ junges Bundesland. Bis 1918 war das Burgenland keine politische Einheit, sondern eine Zusammensetzung von vier ungarischen Grafschaften (Komitaten) und damit Teil Transleithaniens in der k.u.k. Monarchie.

Diese deutschsprachigen Gebiete umfassten Pressburg (heute: Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei), Wieselburg (heute: Mosonmagyaróvár im Westen Ungarns), Ödenburg (heute: Sopron im Westen Ungarns) und Eisenburg (heute: geteilt zwischen Österreich und Ungarn). Diese vier Burgen gaben der Region auch den Namen Vierburgenland und führten dementsprechend zur heutigen Bezeichnung.

Schloss Esterházy in der burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt

Besonders spannend waren die geopolitischen Entwicklungen rund um das Burgenland mit dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das damalige Deutsch-Westungarn 1920 durch den Vertrag von Trianon Österreich zugesprochen.

Nach einem kurzen Intermezzo als unabhängige Republik und einem diplomatischen Konflikt mit dem Königreich Ungarn wurde das Burgenland 1921 unter Vermittlung Italiens von Österreich offiziell in Besitz genommen. Ödenburg, das als Hauptstadt des Bundeslandes vorgesehen war, verblieb im Anschluss an eine Volksabstimmung jedoch bei Ungarn.

Als östlichstes Bundesland Österreichs bestand bis 1989 eine Grenze zum Eisernen Vorhang. Nach dem Beitritt zur Europäischen Union, der Schengen-Einführung und -Erweiterung bildete das Burgenland auch bis 2007 bildete die Schengen-Außengrenze Österreichs. Zwischen 1995 und 2013 erhielt das Burgenland auch Förderungen der Europäischen Union für die wirtschaftliche Entwicklung.

In politischer Hinsicht stellt die Sozialdemokratische Partei Österreichs seit 1964 durchgehend den Landeshauptmann des Burgenlands. Über lange Strecken hielt die SPÖ auch eine absolute Mehrheit im burgenländischen Landtag.