Unternehmensberatung

Consulting: eine Dienstleistungsbranche im B2B-Bereich

Rat zu geben ist das dümmste Handwerk, das einer treiben kann.
Rate sich jeder selbst und tue, was er nicht lassen kann.
Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 1. Teil, 2. Kap.

Unternehmensberatungen sind Unternehmen, die anderen Unternehmen Beratungsdienstleistungen anbieten. Es handelt sich um ein reglementiertes Gewerbe im Sinne des § 94 GewO. Das bedeutet, dass es im Gegensatz zur Ausübung von freien Gewerben Befähigungsnachweise benötigt sind, um dieses Gewerbe zu betreiben. Diese Dienstleistungen der Beratungsunternehmen umfassen unter anderem folgende Bereiche:

  • Management bzw. Strategie,
  • Wirtschaftsprüfung,
  • IT bzw. EDV,
  • Human Resources bzw. Personal und
  • Organisation bzw. Prozessmanagement.

Unternehmen setzen in diesen Bereichen regelmäßig externe Ressourcen ein und zwar aus verschiedenen Gründen.

Zum einen möchten die Auftraggeber auf die Expertise und Erfahrung dieser Beratungsunternehmen zurückgreifen, die ja für verschiedene Kunden in verschiedenen Branchen zu verschiedenen Themen eingesetzt werden und dadurch meist einen gesamthafteren Blick auf die Problemstellungen von Unternehmen haben.

Zum anderen bieten Beratungsunternehmen den Vorteil, dass sie Kompetenz auf Zeit und meist auch sofort zur Verfügung stellen können, wodurch Unternehmen schneller handlungsfähig sind und zugleich die internen Anstrengungen in der Rekrutierung der benötigten Ressourcen vermeiden können.

Externe Mitarbeiter bieten darüber hinaus auch den Vorteil, dass sie je nach Beauftragung schnell entlassen bzw. ausgetauscht werden können. Damit stellen diese im Falle der Unzufriedenheit des Auftraggebers nur kurz einen Kostenfaktor dar.

Anhand der Beratungsindustrie zeigt sich jedoch auch, dass gewisse Branchen und Unternehmenstypen anfälliger für Unternehmensberater sind. Das liegt nicht nur an den Kosten aber insbesondere auch an der Unternehmenskultur sowie der vorhandenen Organisation bzw. den vorhandenen Prozessen. So sind Unternehmensberater insbesondere in der Finanzindustrie und in Konzernen tätig.

Meist werden Berater in Transformationsprozessen oder bei Innovationsvorhaben hinzugezogen, da Entscheidungsträger oft den Eindruck haben, dass ihre Organisation für derartige Änderungen zu statisch ist bzw. interne Widerstände drohen.

Die Beauftragung im Consultingbereich erfolgt in der Regel nicht nach einem Fixpreis sondern nach Time&Material. Das bedeutet, dass Berater nach Tagsätzen bezahlt werden und die erforderlichen Ressourcen bzw. Spesen ebenso verrechnet werden.

Die Tagsätze von Unternehmensberatern übersteigen in der Regel die Kosten für interne Ressourcen also Angestellte deutlich. Die Kosten für den Einsatz von Beratern sind auch nicht als Personal- sondern als Sachkosten in der Bilanz auszuweisen. Dementsprechend können große Unternehmen interne durch externe Ressourcen ersetzen und dadurch dem Anschein nach ihre Personalkosten senken.

Kritisiert werden Unternehmensberatungen oftmals dafür, dass der vermeintliche Schwerpunkt der Dienstleistung in der Präsentation und Aufbereitung von Informationen liegt und nicht in der faktischen Erfüllung von Aufgaben bzw. Lösung von Problemen.

Diese Kritik ist sicherlich zum Teil angebracht. Gleichzeitig entspricht diese Informationsdarstellung jedoch auch den Bedürfnissen der Entscheidungsträger in größeren Organisationseinheiten, die diese Dokumentation natürlich auch zur Absicherung benötigen, falls Projekte scheitern oder weniger erfolgreich als geplant enden.

Ein wesentlicher Schwerpunkt in jedem Projekt ist daher für Unternehmensberater in diesem Zusammenhang auch eine genaue Definition und stete Anpassung des Projektumfangs sowie der Erwartungshaltung des Kunden an sich ändernde Umstände. Hierbei wird insbesondere auf eine detailgetreue Protokollierung zurückgegriffen, um Missverständnisse zu vermeiden und zugleich Fortschritte besser belegen zu können.